Kapitel 10 Eine erste Erkundung der näheren Umgebung
Kapitel 10 Eine erste Erkundung der näheren Umgebung
Beim Aufstehen am nächsten Tag verspürte Tomie ein leichtes Ziehen in der Brust – merkwürdig dachte sie – ich habe zwar einen leichten Muskelkater in den Armen und Beinen – das Po-Loch brennt noch ein bissel von vorgestern Nacht – aber an der Brust war doch nichts – o.k. außer ein Knutsch-Fleck von Ivy.
Ich habe doch als Synth keine „Tage“ mehr – das haben die Instituts-Wissenschaftler „gestrichen“ als sie uns von der Erschaffung an unfruchtbar gemacht hatten.
Aber in meinem Leben „davor“ hatte sie regelmäßig mit ihrer „Periode“ eine leichte Gewichtszunahme und da schwoll auch die Brust etwas an. Komisch – das jetzt fühlt sich wie damals an.
Mehr als beobachten kann ich das jetzt nicht – aber die anderen viel deutlicheren Anzeichen für meine Menstruation sind gar nicht vorhanden.
Wer weiss was das ist.
Die Inspektion von Tomie an der Abwasserleitung ergab das sie bis zur Einmündung in den Straßenkanal frei ist und das bereits Rohre von Bad und Küche zur Abwasser-Zisterne verlegt aber nicht angeschlossen waren. Die Einlaß-Öffnungen dieser Rohre waren aber mit Enddeckeln versehen so das kein Schmutz in sie eindringen konnte.
Man konnte also zu einem späteren Zeitpunkt alternativ die Leitungen zur Zisterne anschließen und die Idee mit der Klein-Klär-Anlage umsetzen.
So begannen beide Frauen ihren Plan fürs die Renovierung des Badezimmers umzusetzen – es genügte ein Tag die flexible Wasserleitung von der Brunnen-Pumpe ins Haus und weiter bis ins Bad zu legen.
Die Ständer- aka Leichtbauweise dieser Häuser mit ihren hohlen Wänden, Fußböden und Decken erwies sich als Segen für die Arbeit. Am Abend war die neuen Sanitärgegenstände angeschlossen und man hatte ein Bad mit Dusche und WC
Ivy und Tomie verstanden sich immer besser als Team zu koordinieren - so blieb schaffte man am 2. Tag mittels der errichteten Strommasten das Haus an das kleine „Kraftwerk“ anzuschließen.
Die Elektro-Installation des Hauses war soweit erneuert das alle Zimmer jetzt Licht hatten.
Und sie lernten immer mehr die diversen Baumöglichkeiten der Werkstatt zu schätzen.
Auch die Werkbänke für Waffen, Rüstungen oder Chemie boten ihnen eine Fülle von Möglichkeiten an.
Wollte man aber Dinge wie Waffen selbst herstellen so benötigte man aber andere Werkbänke - die diese Werkstatt nicht herstellen konnte – bzw. noch nicht herstellen wie Tomie herausfand.
Tomie: "wir benötigen für diese Bänke neben Freischaltcodes auch Baupläne bzw. Blaupausen - die wir aber wahrscheinlich in anderen Werkbänken finden können"
Ivy: "also suchen wir nicht nur Lebensmittel, Rohstoffe und Menschen sondern auch Codes und Baupläne"
Tomie: "ja - so ist es z.B. möglich wenn man den Bauplan eines Schutzanzuges hat den passgenau für den Träger herzustellen"
Am dritten Tag wurden die letzten Arbeiten an der Wohnküche getätigt – sie konnten aber derzeit nur die Wohnmöbel erneuern – für die Kücheneinrichtung – wie z.B. einen funktionsfähigen Kühlschrank - fehlte einfach noch zu viel an Ausgangs-Materialien.
Zum Kochen war man also weiterhin auf die provisorische Kochstelle angewiesen die sich am Haus gegenüber befand.
Für einen Gasherd fehlte es schlicht weg am benötigtem Gas zum Heizen und für einen Elektroherd war die Leistung der Isotopen-Batterie zu gering. Ebenso war auch noch keine Erwärmung des Wassers fürs Waschen oder duschen möglich – außer in einem Topf auf der Kochstelle.
Aber gegenüber der Situation vor einer Woche war man gewaltig voran gekommen.
Endlich am vierten Tag früh brachen sie kurz nach Sonnenaufgang auf zur ersten systematischen Erkundung der Umgebung. Zunächst gingen sie westlich von der Siedlung den Fluss entlang – Tomie zeigte Ivy die Stelle an der sie den Koffer mit der Nachricht von Dr. Stein – dem „Schöpfer“ von Ivy gefunden hatte.
Auf einer kleinen Insel im Fluss stand ein alter Mannschaftstransporter der Arme oder sollte man besser Schützenpanzer sagen. Auch hier fanden sie die gelb gefärbten Fässer die dem Geigerzähler zu Folge jede Menge radioaktives Material enthielten. Zwei Jahrhunderte Strahlung haben der Natur ihren „Stempel“ aufgedrückt - „leuchtende“ Pilze waren ein auch in der Nacht sichtbares Zeichen dafür.
Nach einer Flussbiegung fanden sie eine alte aber gut erhaltene Hütte – die wahrscheinlich Wander- oder Jagdgruppen für die Nacht Unterschlupf bot.
In der Hütte fanden sie das Skelett einer Frau – das Holoband enthüllte das sie wohl gerade erwachsen geworden war...
..und vor ihrer Familie floh wegen etwas was Frauen seit Jahrtausenden immer wieder passierte:
Sie war ungewollt schwanger geworden – der Vater dreht durch und faselt etwas von Schande – die Mutter ist unfähig zu helfen und sie selbst setzt sich in die Wildnis ab um zu sich selbst zu finden.
So weit war dies nichts besonderes – wäre es nicht unmittelbar am Tag VOR dem „Big Bang“ geschehen.
Datum der Sprachaufzeichnung war 21.10.2077
Tomie liefen unbewusst die Tränen über die Wangen – Ivy strich ihr nur still mit der Hand sanft über den Kopf – es gab hier nichts mehr zu sagen.
Unbestimmbar wie lange beide schweigend vor der Hütte saßen – irgendwann standen sie auf – schaute sich kurz an – und setzen ihren Weg in Richtung Süden fort.
Als sie den Wald verließen stießen sie auf das Gelände einer Spedition - „Wickert Shipping“
Auf dem Gelände hatten sich wilde Ghule nieder gelassen - aber die Erfahrung aus den Kämpfen an der „Red Rocket“ machten sich bezahlt.
Besonders begehrlich blickte Tomie auf den Bau-Roboter in seinem Bereitschafts-Pod und dachte daran so etwas gut gebrauchen zu können.
Dafür gab es aber reichlich Beutegut – offensichtlich trauten sich einzelne Plünderer nicht hierher und für grössere Gruppen war es entweder zu abgelegen oder nicht lohnenswert.
Egal – sie konnten es gut gebrauchen.
Und nein – Tomie wunderte ich nicht mehr das noch immer die Terminal von Computern funktionierten.
Sie wusste dass das Institut seit Jahrzehnten regelmäßig Synths der 1. und 2. Generation auf Erkundungstouren an die Oberfläche schickt – mit den Auftrag nach Informationen zu suchen – an dem einfachen Schrott hatte man kein Interesse. Nun – das war gut für sie.

Bei der Durchsicht des Terminals fiel ihr ein Holoband auf – es hatte ein Gespräch (aus der Vorkriegszeit) aufgezeichnet. Beim Namen „Eddi Winter“ horchte sie auf.
Moment – schon wieder der Name – den hatte sie doch erst vor kurzem in einer Zeitung gefunden.
Und hier findet ich Hinweise das er beim Verschieben von nuklearen Abfällen eine Hände mit im Spiel hat – nur irgendwas scheint da nicht zu stimmen – wenn schon seine (kriminellen) Transporteure stutzig werden?
Egal – das ist 200 Jahre her.
Auf dem Gelände und auch außerhalb befanden sich Fässer mit nuklearen Abfällen – von denen auch schon einige undicht waren...
..und natürlich tummeln sich in der Nähe dann immer mutierte „Viecher“.
Sie beschlossen nach Sanctuary zurück zu kehren und kamen an einer kleinen Farm vorbei. Die Familie hatte sich ihr Haus regelrecht in den Masten einer Hochspannungsleitung hinein gebaut. Sicherlich keine schlechte Methode die Statik eines Hauses mit einem solchen soliden Stahltragwerk zu verbessern.
Die Farm wurde von der Familie Abernathy betrieben. Freundlich aber zurückhaltend – verständlich wenn man an die umher streifenden Raider denkt. Aus dem Gespräch erfuhren sie das ihre älteste Tochter vor einiger Zeit von einer Bande getötet worden war. Diese Bande hauste in der alten Sat-Anlage an der sie am Tage ihrer Flucht vorbei gekommen war. Sie danke im Stillen Buddha dafür ihr den Gedanken eingegeben zu haben NICHT zu den von ihr beobachteten Menschen zu gehen – wahrscheinlich wäre sie jetzt tot oder etwas noch schlimmeres passiert.
Aus dem was Ivy über die Familie sagte wurde ich nicht richtig schlau – aber es eine Erinnerung aus ihrem „früheren“ Leben zu sein.
Sie weiss nicht was sie bewogen hat dem Oberhaupt zu versprechen diese Raider „zu besuchen“ und das Amulett der Tochter zurück zu holen. Es wahr wohl auch das gequälte Gesicht seiner Frau als diese still der Erzählung ihres Mannes zuhörte. Und es war wohl auch das Schicksal des Mädchens die vor 200 Jahren in der Jagdhütte ihren Tod fand.
Es war zwar noch viel zu früh es mit dieser Bande aufzunehmen – aber es verstärkte nur ihre Motivation sich die nötige Kampfkraft zuzulegen und dazu gehört auch dieser Anzug.
Mit Einbruch der Dämmerung kamen sie zu hause an – die Beute wurde der Werkstatt übergeben.
Nach Abendessen und ausgiebig Duschen machten sich beide für die Nacht zurecht.
Tomie griff nach dem Anzug mit den Ballet-Boots. Ivys fragenden Blick beantwortete sie knapp mit „..gegen die Raider oben in der Anlage brauchen wie das beste was wir haben und das ist nun mal dieser verdammte Anzug..“
Ivy nickte nur – half ihr beim Anziehen und kuschelte sich im Bett eng an sie.
Für eine maschinelle Übersetzung ins Englisch bitte auf den "Spoiler" klicken
Chapter 10 A first exploration of the surrounding area
When she got up the next day, Tomie felt a slight tightening in her chest - she thought strangely - I have a little sore muscles in my arms and legs - my bottom hole still burns a bit from the night before - but there was nothing on my chest - OK. except for a kiss from Ivy.
I don't have any more "days" as a synth - the Institute scientists "cancelled" that when they made us sterile from creation.
But in my life "before" she regularly gained a little weight with her "period" and her breasts also swelled up a bit. Funny – this now feels like it did back then.
I can't more than observe it now - but the other much clearer signs of my menstruation are not there at all.
Who knows what that is.
Tomie's inspection of the sewer showed that it was free up to the junction with the street sewer and that pipes from the bathroom and kitchen to the sewage cistern had already been laid but were not connected. However, the inlet openings of these pipes were provided with end caps so that no dirt could get into them.
So you could alternatively connect the lines to the cistern at a later point in time and implement the idea with the small sewage treatment plant.
So both women began to implement their plan for the renovation of the bathroom - one day was enough to lay the flexible water pipe from the fountain pump into the house and further into the bathroom.
The post and beam aka lightweight construction of these houses, with their hollow walls, floors and ceilings, proved a boon to the work. In the evening the new sanitary items were connected and you had a bathroom with a shower and toilet
Ivy and Tomie got better and better at coordinating as a team - so on the 2nd day they managed to connect the house to the small "power plant" using the electricity pylons that had been erected.
The electrical installation of the house had been renewed so that all rooms now had light.
And they learned to appreciate the various building possibilities of the workshop more and more.
The workbenches for weapons, armor or chemistry also offered them a wealth of possibilities.
However, if you wanted to make things like weapons yourself, you needed other workbenches - which this workshop could not make - or, as Tomie found out, did not make yet.
Tomie: "In addition to activation codes, we also need construction plans or blueprints for these benches - which we can probably find in other workbenches"
Ivy: "So we're not just looking for food, resources, and people, we're also looking for codes and blueprints."
Tomie: "Yes - it is possible, for example, if you have the blueprint for a protective suit, you can make it that fits the wearer perfectly"
On the third day, the final work on the eat-in kitchen was done - but at the moment they could only replace the living room furniture - for the kitchen equipment - such as a functional refrigerator - there were simply still too many raw materials missing.
So for cooking you were still dependent on the makeshift cooking area which was located opposite the house.
For a gas stove, there was simply not enough gas to heat it, and the performance of the isotope battery was too low for an electric stove. It was also not possible to heat the water for washing or showering - except in a pot on the stove.
But compared to the situation a week ago, great progress had been made.
Finally, early on the fourth day, shortly after sunrise, they set out for the first systematic exploration of the area. First they walked west of the settlement along the river - Tomie showed Ivy the place where she found the suitcase with the message from Dr. Stein - the "Creator" of Ivy.
On a small island in the river was an old army personnel carrier, or should I say infantry fighting vehicle. Here, too, they found the yellow-colored barrels which, according to the Geiger counter, contained a lot of radioactive material. Two centuries of radiation left their "stamp" on nature - "luminous" mushrooms were a sign of this, which was also visible at night.
After a bend in the river, they found an old but well-preserved hut - which probably provided overnight shelter for hiking or hunting parties.
Inside the hut they found the skeleton of a woman - the holotape revealed that she had just come of age...
..and fleeing her family because of something that has happened to women for millennia:
She had become pregnant unintentionally - the father is freaking out and babbles about shame - the mother is unable to help and she escapes into the wilderness to find herself.
So far this was nothing special - if it hadn't happened the day BEFORE the "Big Bang".
The date of the voice recording was 10/21/2077
Tears were unconsciously streaming down Tomie's cheeks – Ivy just silently stroked her head gently with her hand – there was nothing more to say here.
Indefinitely how long they both sat in silence in front of the hut - at some point they got up - looked at each other briefly - and continued on their way south.
When they left the forest they came across the premises of a shipping company - "Wickert Shipping"
Wild ghouls had settled on the site - but the experience from the battles on the "Red Rocket" paid off.
Tomie looked particularly covetously at the construction robot in its standby pod and thought it could be put to good use.
But there was plenty of loot - obviously individual looters didn't dare come here and for larger groups it was either too remote or not worthwhile.
Anyway, they could use it.
Checking the terminal, she noticed a holotape - it had recorded a conversation (from the pre-war period). When she heard the name "Eddi Winter" she listened.
Just a moment – the name again – she had only recently found it in a newspaper.
And here I find indications that he has a hand in moving nuclear waste - only something doesn't seem right - if his (criminal) transporters are suspicious?
It doesn't matter - that was 200 years ago.
There were drums of nuclear waste on and off the site - some of which were already leaking...
..and of course there are always mutated "beasts" romping around nearby.
They decided to return to Sanctuary and passed a small farm. The family had literally built their house into the pylon of a high-voltage line. Certainly not a bad way to improve the statics of a house with such a solid steel structure.
The farm was run by the Abernathy family. Friendly but reserved - understandable given the roaming raiders. From the conversation they learned that their eldest daughter had been killed by a gang some time ago. This gang lived in the old satellite system they had passed on the day of their escape. She silently thanked the Buddha for giving her the idea NOT to go to the people she was watching - she would probably be dead by now or something even worse would have happened.
I couldn't really make sense of what Ivy said about the family - but it was a memory from her "former" life.
She doesn't know what made her promise the chief to "visit" these raiders and get the daughter's amulet back. It was also true to see his wife's tortured face as she quietly listened to her husband's story. And it was probably also the fate of the girl who died in the hunting lodge 200 years ago.
While it was far too early to take on this gang, it only increased their motivation to get the fighting power they needed, and that suit is part of that.
They arrived home at dusk - the loot was handed over to the workshop.
After dinner and a long shower both got ready for the night.
Tomie reached for the suit with the ballet boots. She answered Ivy's questioning look with "..against the raiders up in the facility we need the best we have and that's this damn suit."
Ivy just nodded - helped her get dressed and snuggled up close to her in bed.
Edited by Miauzi


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